
Mitten in Nordrach - "Schloss Rothschild":
Lungensanatorium, Lebensborn-Heim,
Pouponnière, Heim für psychisch Kranke ...
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| Nachtrag: Neues aus Nordrach | |
Nach Kriegsende wurde das Haus zum Lazarett, zuerst für amerikanische, später für französische Soldaten. Dann das nächste Kapitel. Weil die französische Regierung Kinder mit deutscher Mutter und französischem Besatzer-Vater als ihre Staatsbürger betrachtete, die nach Frankreich gehörten, wurden sie seit 1947 gesucht, einkassiert, auch wenn eine Mutter sich dagegen wehrte, und in eine Sammelstelle gebracht – ins ehemalige Lebensborn-Heim. In dieser „pouponnière“ untersuchte man sie auf Beeinträchtigungen (´solche´Kinder wollte man nicht haben), gab ihnen neue Namen und transportierte sie nach Frankreich, zur Adoption. Wieder wurden kleine Menschen – ihre Zahl wird auf etwa 400 geschätzt - zu Objekten gemacht, zu Objekten von Bevölkerungspolitik, von Ideologien, von Vergeltung … Im November 1949 war der Spuk vorbei. Das Haus wurde rückübereignet, verkauft, ein Lungensanatorium zog ein, schließlich wurde es zum neurologisch-psychiatrischen Pflegeheim. Die Betreiber wechselten, das Klientel blieb. Bis 2019 - dann mussten die Frauen und Männer umziehen, weil das Haus die vorgeschriebenen Standards nicht mehr erfüllte. Wieder stand das Gebäude leer. Dann kaufte ein Unternehmer aus der Nachbarschaft „Schloss Rothschild“ – und baut es mittlerweile um, zu feinen Wohnungen. An die ermordeten jüdischen Patientinnen wird in Nordrach seit vielen Jahren erinnert – mit einem Gedenkstein an der Zufahrt zum ehemaligen Sanatorium der Rothschildschen Stiftung (vgl. Blog 34). |



