
Kinder in Wäschekörben, eine Schwester,
ein Soldat, Bahngleise ...
Ein Foto vom Abtransport slowenischer Babys ©Maja Weiss
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| Snatched from the source Ein Film über vier Menschen, die als Babys in Slowenien geraubt wurden |
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Zweimal wurde der Film bisher in Deutschland gezeigt: Auf der Frankfurter Buchmesse 2023 (Slowenien war damals Gastland) und im Dezember 2024 in Berlin, im Rahmen des Slowenischen Filmtage. Ansonsten Fehlanzeige… Kein Interesse? Nichts fürs Publikum? Oder einfach Ignoranz? An der Qualität des Films liegt es jedenfalls nicht! Die Regisseurin Maja Weiss erzählt eine Geschichte, die in Deutschland kaum Am 10. August 1942 wurden die vier Protagonisten des Films von ihren Familien getrennt und fortgebracht, in ein Lager. Da waren sie drei Monate, fünf Monate, neun Monate, 15 Monate alt. Nach mehreren Stationen und „rassischen“ Überprüfungen landeten sie im Lebensborn-Heim in Kohren-Sahlis (bei Leipzig). In den Augen der Nationalsozialisten waren sie und 26 andere slowenische Kinder „gut genug“ für das Lebensborn-Projekt, „gut genug“, um gute Deutsche zu werden. Ihren Familien in Slowenien war unterdessen Schlimmes zugestoßen. Der Vater von Vili war erschossen, seine Mutter nach Auschwitz deportiert worden - genau wie Ivans Mutter. Francs Vater hatte nach Serbien fliehen können. Und Erikas Familie – der Vater war erst vor kurzem aus dem KZ Mauthausen entlassen worden – hatten die Nazis anstelle ihrer kleinen Tochter ein „falsches“ Kind zugeschustert. Was ich an diesem Film besonders wichtig finde: Maja Weiss nimmt das ganze Leben der vier in den Blick. Wir sehen Haymo in seinem Haus in Costa Rica und an der Hochschule, wo er immer noch unterrichtet. Wir sehen Franz in seiner belgischen zweiten Heimat – und mit Verwandten in Slowenien, mit denen er nach einem Versteckspiel der Adoptiveltern doch noch zusammengefunden hat. Wir sehen Ingrid mit einer ehemaligen Patientin (sie war Kinder-Physiotherapeutin) und in Kohren-Sahlis, auf dem Gelände des ehemaligen Lebensborn-Heims. Und Ivan vor dem Haus seiner Familie in Slowenien, wo sein Blick weit ins Land gehen kann – und in Auschwitz, wo seine Mutter ermordet wurde. Ivan ist der einzige von den vieren, der als Kind in Deutschland gefunden wurde und zu seinen Verwandten zurückgekehrt ist. Was nichts daran geändert hat, dass er seine Adoptivmutter bis heute als seine "Mutti" im Herzen hat. Genauso wie für Haymo die Adoptiveltern seine Eltern bleiben. Der Film ist englisch untertitelt, die Protagonisten sprechen slowenisch, deutsch, englisch und/oder spanisch. Hier gehts zur Webseite von Maja Weiss und zur Ankündigung des Films |






