
Im Schaufenster vom Celler "CulturCaufhaus"
spiegelt sich der halbe Straßenzug ©dsk
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| Celle, Wienhausen, Bargfeld Eine spätsommerliche Landpartie |
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Zu Celle fiel mir zuerst das „Celler Loch“ ein: Der Verfassungsschutz hatte 1978 ein Loch in die Gefängnismauer gesprengt, um einen Befreiungsversuch der RAF vorzutäuschen. Davon ist in Celle natürlich nichts mehr zu sehen. Dafür prächtig sanierte Fachwerkhäuser, das älteste von 1526 – knapp fünf Jahrhunderte später von einem iranischen Teppichhändler vor dem Verfall gerettet. Das weiße Barock-Schloss, auf Grundmauern aus dem 13. Jahrhundert. Welfenherzöge gibt’s dort nicht mehr, dafür ein Museum. Das Rathaus hat einen prächtigen Weserrenaissance-Giebel, es gibt einen französischen Garten – und eine Synagoge, die den Nazi-Furor ohne Zerstörung überstanden hat. Die ruhige Flusslandschaft rund um Wienhausen - ein Dorf ein paar Kilometer Aller-aufwärts - hat etwas Tröstliches. Hier kann das Wasser (fast) noch selbst bestimmen, wo es langfließt. Hier gibt es uralte Eichen, manche so knorrig und dick, dass fünf Menschen sie kaum umfassen können. Hier liegt – völlig intakt und sehr lebendig – ein Frauen-Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Gestiftet von einer adligen Dame, bis zur Reformation von Zisterzienserinnen bewohnt. Dann wurde das Kloster protestantisch – und das ist es geblieben. Die sechs „Konventualinnen“, die heute darin leben, sind stolz auf die Geschichte und pflegen die Tradition. Auf der Westseite des Klosters liegt ein großer Park, dahinter breiten sich die Allerwiesen aus. Man kann ein Stück weit dem Jakobsweg folgen oder auf anderen Wanderwegen die Gegend erkunden. E-bike-betrieben ist man schnell in der Lüneburger Heide, besucht vielleicht das Haus des Schriftstellers Arno Schmidt in Bargfeld … oder fährt einfach ohne Ziel durch diese eigenartige Landschaft, die – wie könnte es anders sein – von der Eiszeit geprägt ist. |









