Am Fuss der Oper: Trotz Regen und Wind spazieren die Leute auf Plattformen, Rampen und Dach ©dsk

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Augen-Blicke in Oslo
Vier Tage in der norwegischen Hauptstadt
 

Nur ein kurzer Besuch – aber ein paar Eindrücke festzuhalten lohnt sich schon!

Auf der Karl-Johans-Gate: Die kilometerlange Fußgängerstraße im Zentrum ist voller Menschen … und zu hören sind vor allem Stimmen. Okay, aus einem Laden wummert Musik. Irgendwo in der Ferne quietscht eine Straßenbahn. Leise rauschend quert ein Taxi … Aber der Eindruck ist klar: So hört sich eine Stadt mit immer weniger Verbrennern an. Zwei Drittel der neu angemeldeten Autos sind mittlerweile elektrisch … Nur schade, dass Elektro keine echte Lösung ist!

Am Hafen: Hier sind Sport-Menschen unterwegs. Joggend, mit dem Fahrrad, auf Rollen-Langlauf-Ski … Weniger sportlich, aber diszipliniert: NutzerInnen von E-Rollern und -E-Bikes. Die Dinger stehen oder liegen nicht irgendwo herum, sondern werden am Rand geparkt oder gleich in einer Ladestation. Und davon gibt´s eine Menge: Der Hafen ist schließlich ein Verkehrsknoten-Punkt für Menschen, die per Fähre ins Zentrum pendeln – und dann ein Rad oder einen Roller brauchen. Und auch für sie wird es hin und wieder sportlich: Um ihre Fähre zu erreichen, legen viele auf den letzten Metern einen Sprint hin. Selbst Damen auf High Heels! Dabei wartet die Fähre geduldig, bis niemand mehr angerannt kommt.

In der T-Bahn (=S-Bahn): Es gibt tatsächlich noch Ticket-Automaten, aber normalerweise bucht man elektronisch, mit dem Smartphone. Eigentlich wird so gut wie alles damit erledigt, auch das Bezahlen. Mit einer EC-Karte ist man schon Außenseiter, Bargeld kommt in Norwegen so gut wie gar nicht mehr vor. Blöd für Menschen, die das Haptische lieben. Aber praktisch – wenn das Smartphone nicht gerade leer oder ganz abhandengekommen ist.

Im ehemaligen Hafenviertel Bjørvika: Die blendend weiße Oper – eine Referenz an einen Eisberg - ist auch nach 20 Jahren Touristen-Hotspot. Davor hat sich mittlerweile die „Deichman“-Bibliothek geschoben – eine weitere Architekturikone! Beim Eintritt öffnet sich ein mehreckiger offener Innenraum: Er reicht viele Etagen hoch, wird von Rolltreppen durchkreuzt und von Balustraden „umkränzt“. Dort gibt es Einzel-Arbeitsplätze, Tische für Gesprächsrunden, Plätze zum Schmökern – und an den Wänden Bücherregale über Bücherregale. Die Osloer lieben diese Bibliothek – und machen sie lebendig! Gleich neben dem Eingang tummeln sich Mütter (!) mit Krabbelkindern, auf Etage eins machen Kindergarten-Kids ihren „lunsj“. Teenager laufen in Gruppen herum, junge Leute hocken vor ihren Notebooks, in einem Nebenraum wird gemalt … Und ganz hinten treffen sich gerade ein paar Senioren. 
Mit dem Munch-Museum – schräg hinter der Oper – hat sich die Stadt eine weitere Ikone geleistet. Natürlich wird sie wie alles Neue verspottet: Die gewellte Fassade sei eine Leitplanken-Sammlung! Mich erinnert sie eher an einen Akkordeon-Balg. Das Ganze ist 13 Stockwerke hoch, die letzten drei erinnern an eine Schiffsbrücke mit riesigen, vorragenden Fenstern. Mit einer Aussicht, von der man nur schwärmen kann: Die Oper und die Bibliothek. Ein altes Hafenbecken, ein ehemaliges Lagerhaus, ein paar Boote und dahinter der Oslo-Fjord. Die neuen Wohnquartiere und Büros. Gebaut mit unterschiedlichen Materialien, unterschiedlichen Fassaden, unterschiedlichen Fensterformen … keine Schießscharten-Architektur wie bei uns!

Draußen vor der Stadt: Wiesen mit schäumender wilder Möhre und blau-lila Lupinen. Wald. Felsen. Aufblitzendes Wasser. Und überall dezent verstreut „hytter“, mit Boot und Auto vor der Tür. Das braucht man natürlich, anders kommt man ja nicht zur „hytte“

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