
Bożena Łukomska freut sich,
dass alles so gut geklappt hat ©dsk
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| Gedenken auf Polnisch 2: Erinnern an einem historischen Ort |
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Schade, dachte ich beim Abschied, dass die Skulptur jetzt so einsam im Wald steht. Ob SpaziergängerInnen die Tafel am Fuß der Skulptur lesen? Und wenn, werden sie sich allenfalls wundern … und weitergehen … Vor kurzem initiierte Bożena Łukomska ein drittes Projekt: Eine Zusammenkunft in Borkowo, wie das ehemalige Lebensborn-Heim heute heißt. Mit der Möglichkeit, im Haus herumzustreifen, ZeitzeugInnen zu begegnen, Vorträge zu hören … Tatsächlich entdeckte ich im Haus Spuren aus der Lebensborn-Zeit: Der Wintergarten sieht noch so aus wie auf den Fotos, die einige Lebensborn-Geborene von ihrer Namensgebungsfeier besitzen. Im großen Gesellschaftsraum sind Wandpanele und Sitzbänke immer noch an Ort und Stelle. Das Treppenhaus ist unverändert … Und als ich in den dritten Stock kletterte, entdeckte ich einen Platz am Fenster, dessen Geborgenheit zum Verweilen einlädt. Vielleicht hat hier einmal die eine oder andere Lebensborn-Mutter gesessen, um allein zu sein, um nachzudenken – vorausgesetzt, sie durfte dort hinauf. Zum Abschluss wanderten alle zur Mädchenskulptur. Die stand tapfer im kalten Frühlingswind, gut versorgt mit einem rot-weißen Schal um den Hals. Natürlich wurden Blumen abgelegt, und diesmal wurde nicht gesungen, sondern getanzt. Bis plötzlich die Musik abbrach und eine Sirene ertönte, die jungen Tänzerinnen sich hinkauerten, die Hände zum Schutz über dem Kopf oder auf den Ohren. So landeten wir in der Gegenwart, der Kriegs-Gegenwart, die einige Mädchen schon am eigenen Leib erlebt haben – sie stammen aus der Ukraine. Wie fantasievoll Gedenken sein kann, wie eindrucksvoll und bewegend – und wie andauernd. Vermutlich hat Bożena Łukomska schon die nächsten Pläne im Kopf! |






