Viele Fenster = viele Spiegelungen: Das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde, hier der Blick auf die Bibliothek und den Lesesaal ©dsk

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Digitale Hilfestellung vom Bundesarchiv
 

Diese Webseite hätten viele Lebensborn-Kinder schon damals gebraucht, als sie sich vor 20, 25, 30 Jahren daran machten, mehr über ihren Geburtsort, ihre Mutter, ihren unbekannten oder bekannten Vater herauszufinden. Aber da hatte das digitale Zeitalter gerade erst angefangen!
Mittlerweile haben viele Betroffene gefunden, was sie suchten – oder fühlen sich zu alt, um weiterzumachen. Aber ihre Kinder, ihre Enkel, ihre Urenkel sind dabei, die verbliebenen Leerstellen auszuleuchten und aufzuklären. Und für sie könnte die Webseite des Bundesarchivs eine Fundgrube sein.
Tippt man „Bundesarchiv“ und „Lebensborn“ in eine Suchmaschine ein, landet man bei einem umfangreichen Infopaket, das „Informationen zu den Archivalien zum Verein „Lebensborn“ im Bundesarchiv sowie Recherchehilfen“ bereitstellt.
Als erstes gibt´s ein paar Hinweise für die Recherche. Ins online-zugängliche System „invenio“ tippt man den Namen der gesuchten Person oder ein Stichwort ein. Hat man einen Treffer erwischt, kann man die Akten – falls digitalisiert – herunterladen oder – falls nicht digitalisiert - bestellen und im schönen neuen Lesesaal im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde studieren.

Und dann kommt der eigentliche Clou der Webseite – eine ausführliche Auflistung der Bundesarchiv-Bestände. Am Wichtigsten sind drei umfangreiche Signaturen:
Die Dokumente mit der Signatur NS 19, sie stammen aus dem „Persönlichen Stab Reichsführer-SS“. NS 48 kommt aus „sonstigen zentralen Dienststellen und Einrichtungen der SS“ und NS 2 aus dem „Rasse- und Siedlungshauptamt-SS“.
Allein unter NS 19 listet die Webseite 120 Akten auf und beschreibt deren Inhalt: Da geht es um Geheimhaltung, Vaterschaftsanerkennungen, Adoptionsfälle, Eindeutschungsaktionen, Filme über den Lebensborn, die erforderliche Körpergröße einer Lebensborn-Mutter … und so weiter und so fort. Manches erscheint skurril, anderes erschreckend … Auf alle Fälle jede Menge Informationen.
Unter NS 48 findet man eine Geburtenkartei mit rund 1000 Karten und ein „Mündelbuch“ von 1944/45. Wie diese Dokumente entstanden und wie sie ins Bundesarchiv gekommen sind – auch das erfährt man hier.
Weiter geht´s mit den Signaturen NS 2, R 9361, R 1501, R 49, NS 31, NS 34, NS 3, NS 33 ... es sind zu viele, um sie hier alle aufzulisten. Ein Teil stammt aus „zivilen amtlichen und NSDAP-Dienststellen“, ein Teil aus „militärischen Dienststellen und Privatpersonen“. Außerdem gibt es Akten aus „zivilen amtlichen Dienststellen der Bundesrepublik Deutschland“ und „Dienststellen der DDR“ (mit Hinweis auf das Stasi-Unterlagen-Archiv). Damit nicht genug, verweist die Webseite noch auf andere Archive und auf Online-Ressourcen. Schließlich liefert sie eine ausführliche Literaturliste.

Ganz zum Schluss wird´s anschaulich. Eine „Geschichtsgalerie“ zeigt Fotos und Dokumente, die sogar transkribiert sind. Und knappe Texte informieren über Ziele und Entwicklung des Lebensborn.

Auch wenn man sich gut mit dem Lebensborn auskennt, eine Durchsicht der Webseite lohnt sich auf alle Fälle! Ich habe mir jedenfalls zwei Signaturen herausgefischt, die ich mir noch mal genauer anschauen will.
Denn „alles“ kenne ich immer noch nicht …

Hier der Link zur Webseite des Bundesarchivs

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